Kathrin und Bäcker Marlon Gnauck präsentieren stolz ihre gebackenen Brote

So früh hat ein Tag lange nicht mehr für mich begonnen. Für Marlon Gnauck (Bäckerei-Konditorei Gnauck) ist das die Normalität. Kurz vor 3:00 Uhr schon eifriges Treiben in der Backstube. Vorbereiten, Abwiegen, Kneten, alles geht zack zack. Bummeln gilt nicht, denn die ersten Kunden wollen bald frische Brötchen kaufen. „Sind die Mehrkornbrötchen schon fertig?“, kurzer Blick in den Ofen „Nein, dauert noch einen Moment!“ Nur einer bekommt jede Zeit, die er braucht, der Chef. Ja klar, denken jetzt alle, doch bei Marlon in der Backstube ist der Teig der Chef. Und der bekommt halt alle Zeit, die er braucht, um sich zu entfalten und das ohne Backmittel aus dem industriellen Baukasten. Und das schmeckt man.Ich habe unendlich viel mitgenommen. Und damit meine ich nicht die Brote, die ich selbst backen durfte, sondern Respekt und Wertschätzung, fast Bewunderung für einen Bäcker, der um die Ecke denkt, regional gut vernetzt ist, selbst Verantwortung übernimmt und mir als künftige Politikerin ordentlich was ins Stammbuch geschrieben hat.